Zwar ist es bereits eine weile her, aber da wir letzte woche bereits das 2. mal zum cooper-test antraben mussten, wollten wir euch nicht vorenthalten wie das wohlbefinden während des ersten laufes aussah, und was die resultate waren.
Wie bereits erwähnt, pflegt älvsjö ein sehr offensives pressing zu spielen. Dies erfordert viel laufarbeit und gute kondition. Will man das pressing richtig spielen, müssen sogar die verteidiger in form sein, um ein ganzes spiel auf hohem niveau durchzustehen.
Daher kommunizierten die trainer bereits vor dem ersten gemeinsamen mannschaftstraining, dass sämtliche spieler eine zeit unter 11:30 für 3 km zu laufen hätten, da sie ansonsten nicht den anforderungen für unser spielstiel gerecht würden, und somit nicht spielen dürfen. Dass die trainer dies klar und deutlich kommunizierten, deutete darauf hin, dass es wirklich sehr wichtig sein musste, ist die klare kommunikation sonst nicht wirklich eine stärke innerhalb vom team (oder des vereins, oder sogar generell in schweden?).
Da ich 12-minuten läufe noch nie mochte, und langstrecken nicht wirklich meine favorisierte disziplin ist, hatte ich ein wenig ein mulmiges gefühl was diese vorgabe anging. Auch der fakt, dass ich unmittelbar vor dem ersten coopertest 5 wochen nicht mehr trainiert hatte, trug seinen teil bei. Klar, die ferien waren super, und ich würde es wieder machen, aber am start des cooper-testes gingen mir nochmals einige bilder vom "bintag" (bier) und dem guten essen auf bali durch den kopf. Erst jetzt begann ich langsam zu bereuen, dass ich nicht auf ein zwei bier verzichtet habe und mich anstelle dessen nicht gezwungen hatte auch bei heissen temperaturen ab und zu eine kleine jogging tur zu machen.
"PEEEP" hörte ich auf einmal, und schon ging es los. Sämtliche spieler um mich herum legten los wie von einer tarantel gestochen. Ohne gross zu überlegen springe ich den teamkollegen nach. Die erste runde ist schnell, viel zu schnell. Ein klassischer anfänger fehler, denn der körper fühlt sich bereits völlig ausgelaugt, und noch immer sind 2,6 km zu springen. Wir alle kennen das gefühl, wenn man beginnt zu studieren, wie mühsam die nächsten runden sein werden, und sich bereits in runde zwei gedanken macht wie man wohl runde 3,4,5,6 und 7 überstehen wird.
Aus einem mental-training-kurs (von J&S gesponsert) habe ich aber gelernt, dass man sich während wettkämpfen nicht mit vergangenem oder zukünftigen beschäftigen soll, sondern den fokus völlig auf das hier und jetzt richten soll. Mit der überzeugung, dass ich das nicht durchstehen werde, wenn ich mir jetzt bereits sorgen mache, versuche ich diesen tipp umzusetzten. Ich laufe meinen rhythmus und fokussiere mich lediglich auf das halten der aktuellen geschwindigkeit. Es gelingt mir sogar etwas, meine gedanken auf andere dinge als den coopertest zu richten, so dass ich nicht die ganze zeit meine übersäuerten beine und mein stechende lunge spüre. Und so kommt sie tatsächlich, die letzte runde. Auf einmal bin ich wieder voll beim "rennen". Ein letztes mal versuche ich alles aus der lunge und den beinen zu holen, und springe mit dem motto "gring abe u secklä" die letzten 400 meter. Ob die zeit reicht?
Patrick war auf jedenfall bereits im ziel als ich an selbem ankam. Zur meiner freude stellte ich aber fest, dass ich einige meiner mitkonkurrenten hinter mir gelassen habe. Dies bedeutet, dass ich sicherlich nicht der einzige sein werde, der aufgrund seiner leistung zu allfälligen extra laufeinheiten verdonnert werden könnte.
Als ich aber das resultat von 11:12 zu hören bekomme, hellt sich meine miene auf. Schlagartig wirken die beine halb so schwer, und der coopertest doppelt so locker. Was ein positives resultat doch alles bewirken kann?
Patricks zeit wurde bei 10:57 gestoppt. Sensationell, wie ich finde!
Wie eingänglich erwähnt haben wir vor ungefähr einer woche den 2. coopertest absolviert, da beim ersten noch diverse spieler über der limite von 11:30 gelaufen sind. Hier die fakten:
- Team leistung super!
- 18 von 20 spielern sind unter 11:30 gelaufen
- Patrick hat seine zeit um weitere 10 sekunden verbessert: 10:47! (krass!).
- Ich habe mich trotz erheblichem kampf nicht steigern können und daher ist das glücksgefühl welches ich noch beim ersten test erlebt hatte ausgeblieben und somit fühlte sich der lauf nicht doppelt so locker, sonder mindestens dreimal so hart an. Zeit: 11:12! (auf die sekunde genau das selbe resultat).
Und welche lehren zieht man nun aus diesen tests?
- Sommerferien helfen nicht für gute zeiten, sind es aber trotzdem wert!
- Das wohlbefinden nach dem lauf ist resultatabhängig.
- Die tagesform spielt eine grosse rolle.
- Einmal mehr haben die resultate des cooper-tests keinen einfluss auf die personal entscheidungen der trainer.
- Kurz: cooper-tests sind "für d füchs". (jr)